Barockresidenz Rastatt
In der weiten Rheinebene ließ
Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden zwischen 1700 und 1707 eine neue
Residenz errichten. Auf dem Grund des Dorfes Rastatt, das er 1700 zur
Stadt erhob, plante er eine weitläufige Anlage aus Schloss, Garten
und Stadt. Zunächst war eine Festung begonnen worden, das als
Jagdschloss 1697 eben erst erbaute Corps de Logis wurde nach zwei
Jahren jedoch wieder abgerissen und ein wesentlich weitläufigerer
Entwurf von Rossi umgesetzt.
Das neue Corps de Logis entstand als langgestreckter Bau mit
Vestibül, das von zwei Treppenhäusern flankiert wird. Diese
führen im Inneren zum Ahnensaal und den sich zu beiden Seiten als
Folge reich ausgestatteter Prunkgemächer anschließenden
Räumen, die jeweils mit prächtigen Kabinetten enden. Zu
beiden Seiten des Hauptbaus befinden sich die Ehrenhofflügel
"Kongressbau" und "Bibliotheksbau", die die Front des Schlosses auf der
Gartenseite noch verlängern. Im Norden erbaute man die
Schlosskirche, im Süden ein nicht mehr erhaltenes Schlosstheater.
Hinter den Ehrenhofflügeln befanden sich Kasernen-,
Küchengebäude, Ställe und Remisen. Zwei
Ehrenhofterrassen schließen die Anlage gegen die Stadt auf einer
Böschung ab. In dem weitläufigen Komplex residierte nicht nur
der Herrscher, auch die Regierung und Verwaltung, Gäste und die
Dienerschaft fanden dort Wohnung.
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